Content Creator – Kein richtiger Job und leicht verdientes Geld?

23. März 2024 0 Von Roy

Der Job als Content Creator wird oft belächelt und überhaupt nicht ernst genommen. Dabei ist es einfach nur ein neuer Job in einer neuen Zeit. Der durch die sozialen Medien wie z.B Instagram, Tiktok, Facebook, Snapchat, X, Threads, Youtube und Twitch entstanden ist. Oft wird es den Leuten nicht gegönnt, dass sie von zu Hause aus arbeiten und damit Geld verdienen und andere Menschen an ihrem Alltag teilhaben lassen. Es wird immer behauptet das es kein richtiger Job und leicht verdientes Geld ist, weil man ja nichts dafür können muss also man braucht kein Talent. Ich kann diese Aussage verstehen aber ich sehe sie auch kritisch einfach, weil die Zeiten sich ändern und somit verändert sich auch die Arbeitswelt und damit entstehen auch neue Jobs.

Für viele bedeutet Arbeit eine 40 Stunden Woche. Als Vergleich werden Jobs im Handwerk oder auch in der Pflege genannt. Man sollte sich sein Geld doch bitte mit körperlicher und harter Arbeit verdienen. Sich selbst zu vermarkten und sich damit eine Karriere aufzubauen zählt für viele Menschen nicht als Arbeit. Das Problem ist, dass diese Aussagen meistens von Menschen kommen die total unglücklich in ihrem Job sind. Ich finde das wirklich schwierig, andere Menschen dafür verantwortlich zu machen und sie zu kritisieren in ihrem Job nur, weil man selber in seinem eigenen Job total unglücklich ist. Jeder von uns hat doch die Chance sich einen Job zu suchen der ihn ausfüllt und glücklich macht. Man ist nie zu alt für eine Umschulung, Weiterbildung, Ausbildung oder sogar ein Studium. Jeder von uns muss sich nur damit auseinandersetzen ob es einem das Wert ist noch mal von vorne anzufangen. Im Alter kann es natürlich sein das einem eine Ausbildung ein Studium oder eine Weiterbildung nicht mehr so leicht fällt aber, wenn man etwas verändern möchte muss man sich überlegen ob man diesen Schritt nicht trotzdem gehen möchte. Gerade in der heutigen Zeit ist es fast schon normal, dass man nicht im selben Beruf bleibt und sich auch mal traut neue Wege zu gehen.

Zuerst ist es glaube ich ganz wichtig, dass man selbst eine Persönlichkeit ist, die kein Problem damit hat vor einer Kamera zu sprechen und bereit ist ihre Privatsphäre mit den Leuten zu teilen. Man sollte es schaffen die Leute zu unterhalten und sollte kreativ sein. Eine Persönlichkeit die eher schüchtern und zurückhaltend ist und kaum etwas sagt wird bei den Leuten nicht so gut ankommen. Viele Menschen, die mit Social Media angefangen haben, haben dadurch tatsächlich auch erst Selbstbewusstsein gewonnen, weil sie gemerkt haben mit den Themen, die sie ansprechen sind sie nicht alleine und stoßen auf Zuspruch. Es ist sehr hilfreich ein ein Konzept zu haben und sich Gedanken darüber zu machen was man überhaupt den Leuten zeigen möchte. Oft ist allerdings so das viele Creator auch Sachen machen, die andere auch schon gemacht haben sei es Challenges oder dieselben Themen ansprechen das ist tatsächlich nicht selten. Macht auch Sinn wenn, man merkt, dass Videos die jemand anderes schon gemacht hat gut funktioniert haben und viele Aufrufzahlen haben dass, man dann natürlich selber auch überlegt so ein Video zu machen um möglicherweise den selben Erfolg zu erzielen. Das ist nicht nur in der Welt von Social Media so sondern das macht das Fernsehen seit Jahren genauso. Oder warum gibt es auf sämtlichen Fernsehsendern Daily Soaps oder Formate wo Musiker gecastet werden? Das ist tatsächlich nichts Neues. Es ist ja auch so das verschiedene Formate von verschiedenen Ländern kopiert werden, weil es dort bereits gut funktioniert und man sich erhofft, dass es in anderen Ländern auch klappt. Beispiele sind z.B The Voice of Germany oder Deutschland sucht den Superstar oder The Mask Singer.

Wenn man weiß was man für einen Content veröffentlichen möchte geht es nun darum sich Gedanken zu machen, wie man es umsetzen möchte. Hier sei ganz klar gesagt, dass jeder von uns natürlich ganz andere Ansichten hat, was guter Content und was schlechter Content ist. Und das ist auch vollkommen okay. Hier kommen wir nun auch zu unserem ersten Kritikpunkt, der Content. Nicht jeder Content den man auf Social Media sieht sollte öffentlich zu sehen sein. Damit gemeint ist z.B, wenn Personen fragwürdige Gewinnspiele oder Personen bewerben, andere Leute fertig machen, ihre Kinder in sehr emotionen oder unangenehmen Situationen zeigen, rechtsextreme Aussagen tätigen, Verschwörungstheorien teilen oder Unwahrheiten präsentieren. Der zweite Kritikpunkt ist die Person selbst, denn leider haben auch Menschen eine große Reichweite aufgebaut, die kein Gehör finden sollten aber gerade diese Personen bekommen viel Aufmerksamkeit und verdienen dadurch gutes Geld. Eine Person die für viel Aufsehen sorgt ganz egal ob positiv oder negativ polarisiert natürlich gut. Einige Personen wissen das ganz genau und nutzen es natürlich auch.

Kommen wir nun zu den Vorteilen, die dieser “Job” mit sich bringt. Man kann von überall aus arbeiten. Man hat keinen Chef mehr. Man kann sich seine Arbeitszeiten selbst aussuchen. Du bist frei in was du tun möchtest, also so in dem was du präsentierst vorausgesetzt Du hältst Dich an die Gesetze beleidigst niemanden oder begehst irgendwelche Straftaten. Es kann glücklich machen das zu tun was du schon immer tun wolltest, denn deine Community wird merken ob Du das was Du machst aus Überzeugung machst, weil Du dahinter stehst oder ob Du das nur machst, weil es Dir viel Geld und Aufmerksamkeit bringt. Du kannst für viele Menschen ein Sprachrohr sein, weil du die Themen ansprichst mit denen sie sich identifizieren können und sich verstanden fühlen. Es gibt Dir die Möglichkeit Dinge anzusprechen und darüber aufzuklären die Du für wichtig hältst, die aber leider sonst kaum Aufmerksamkeit finden. Du kannst entscheiden was Du Deiner Community vermitteln möchtest und ihnen klarmachen, dass sie auch wertvoll sind, wenn sie so sind wie sie sind und das gar nicht darum geht großen Erfolg und eine extrem erfolgreiche Karriere haben zu müssen. Wichtig ist es der Community klar zu machen, dass die Welt von Social Media nicht die echte Welt ist und dass sie den Bezug zu Realität nie verlieren sollten. Sie sollten nicht so sein wollen wie Du, sondern sie sollten Stolz darauf darauf sein, dass sie so sind wie sie sind und sich so akzeptieren, genau das sollte man vermitteln. Es sollte nicht darum gehen das perfekte Leben zu vermitteln, sondern auch zu vermitteln das bei erfolgreichen Menschen auch nicht immer alles gut ist. Man sollte seine Reichweite für gute Projekte einsetzten über viele Dinge die in der Welt passieren berichten und darauf aufmerksam machen. Zeige Dich so wie Du wirklich bist und versuche nicht vorzuspielen wie jemand anderes zu sein, dass wird vielleicht für eine kurze Zeit funktionieren aber irgendwann merken die Leute, ob du echt bist oder nicht.

Natürlich gibt es auch Nachteile. Der größte Nachteil ist es seine Privatsphäre aufzugeben. Man bekommt alles ungefiltert mit ob man will oder nicht. Die Meinung anderer entscheidet über deine Karriere, wenn die Leute deinen Contet nicht gut finden werden sie Dich nicht unterstützen und das erschwert Dir eine erfolgreiche und langfristige Karriere. Hast Du es geschafft erfolgreich zu werden geht es darum den Erfolg aufrecht zu erhalten und genau das ist mit Druck verbunden. Du musst dir auch immer wieder was neues einfallen lassen was Du den Leuten zeigen kannst, denn irgendwann haben sie alles gesehen und dann geht es darum die Spannung weiter aufrechtzuerhalten und die Aufmerksamkeit nicht zu verlieren. Es ist auch wichtig, wenn man das ganze über mehrere Jahre macht auch weiterhin mit anderen und jüngeren Content Creator mithalten zu können. Die Konkurrenz ist wie in jeder anderen Branche knallhart nur die besten können bestehen bleiben. Ein weiteres Problem könnte sein wenn dein Ansehen geschadet ist, dass Du nicht nur Dir selbst damit schadest, sondern Deiner Familie, Deinen Freunden oder Deinem Partner/in. Denn alles was Du machst wird nicht nur auf Dich selbst zurückgeführt, sondern auch auf die Menschen in Deinem Umfeld, weil sie dazu gehören das heißt, dass fällt auch auf sie zurück. Wenn Du zum Beispiel für Skandale sorgst oder Deine Karriere und Dein Ansehen ruinierst. Alle bekommen Deine Fehler mit das sollte Dir bewusst sein. Längere Pausen sind auch schwierig, weil dieser Job davon lebt ständig online zu sein und immer sich zu zeigen und etwas zu präsentieren. Du musst auch daran denken, dass Du von dem Geld dein Leben finanzieren musst und vielleicht sogar Mitarbeiter wenn ein Team/ eine Produktion/ein Management hinter dir steht. Das kann irgendwann zu einem Burn Out führen, weil du irgendwann das Gefühl bekommst, du kannst nicht mehr und du bist ausgebrannt.

Ich finde jeder sollte seine eigene Meinung über Content Creator haben dürfen. Man sollte es aber nicht ins lächerliche ziehen und behaupten dies sei kein “richtiger Job”. Man muss immer Content präsentieren und sich immer wieder was neues einführen lassen. Die Kreativität darf nie verloren gehen und das ist ziemlich anstrengend und nur weil es so einfach aussieht heißt es nicht, dass es das tatsächlich auch ist. Es hat die Sicht auf das “berühmt sein” natürlich verändert , weil es natürlich jeder schaffen kann und genau das macht es auf der einen Seite positiv, weil Menschen die genau das machen wollen und kreativ sind die Chance dazu haben und auf der anderen Seite so schwierig, weil es natürlich auch Menschen schaffen können sich eine Reichweite aufbauen können, die keine haben sollten. Die sozialen Netzwerke sind auch eine gute Möglichkeit die meisten Menschen von uns zu erreichen, weil wir ständig vor unserem Telefon hängen. Ein Punkt den ich ganz wichtig finde und den ich positiv hervorheben möchte ist der Punkt, dass man zum Beispiel die Chance hat auch Künstler, die heute nicht mehr so erfolgreich sind, wie sie vor ein paar Jahren gewesen sind verfolgen zu können, dafür nutze ich Instagram überwiegend.

Natürlich sollten wir alle darauf achten, was wir und wieviel konsumieren und das betrifft natürlich auch den Content den wir konsumieren. Wir sollten immer wieder reflektieren, ob das was wir anschauen uns auch gut tut und wenn wir das Gefühl haben das zum Beispiel die Person die wir uns anschauen sich irgendwie verändert hat und wir merken, dass uns das nicht mehr gut tut sollten wir vielleicht die Person nicht mehr konsumieren. Es kann sein dass die Content Creator ihren Content irgendwann verändern werden, wenn sie schon länger dabei sind und der Content nicht mehr funktioniert, womit sie damals angefangen haben und berühmt und erfolgreich geworden sind. Das ist doch vollkommen okay, denn wir verändern uns ja auch jeden Tag. Natürlich haben Content Creator auch das Recht ihren Content zu verändern man sollte sich aber trotzdem damit auseinandersetzen, ob man den Content dann auch noch weiter schauen möchte, wenn einem die Veränderung nicht zusagt. Schaut euch die Leute an mit denen ihr euch identifizieren könnt und wo ihr auch das Gefühl habt, dass ihr vielleicht sogar was lernen könnt durch andere Ansichten und durch Themen die angesprochen werden, die euch gut unterhalten euch vielleicht sogar ablenken nach einem stressigen Tag und euch ein gutes Gefühl vermitteln.