Gefühle & Gedanken suchen sich ihren Weg
Man kennt es im normalen Alltag sind wir doch alle überwiegend damit beschäftigt zu funktionieren. Wir schieben alles beiseite was uns daran hindert unseren Verpflichtungen nachzugehen. Ist das gesund? Ist es richtig? Tut uns das gut?
Ich merke gerade wie es ist, wenn all das hochkommt was ich über die letzten Wochen oder auch Monate verdrängt habe. Ich fühle mich zum Stillstand gezwungen und ziemlich müde. Es gibt Tage wo ich es nicht schaffe aufzustehen. Bin ständig in Gedanken und meine Gefühle fahren Achterbahn. Meinen Urlaub habe ich mir irgendwie anders vorgestellt aber gerade dann, wenn es ruhiger wird fangen die Gedanken an irgendwie passiert das ganz automatisch. Mein Antrieb? Keine Ahnung wo der geblieben ist. Meine Motivation? Macht wahrscheinlich gerade Urlaub ohne mich. Es fühlt sich an wie ferngesteuert. Ich habe das Gefühl, dass ich nichts dagegen tun kann und lasse es einfach zu. In der Hoffnung, dass es danach besser wird. Jetzt erst merke ich wieviel Kraft es mich in den letzten Monaten gekostet hat, zu verdrängen und genau deswegen ist es jetzt so extrem. Klar habe ich den Fokus auf die ,,wichtigen Dinge” gelegt und alles was mich davon abbringt beiseite geschoben und bekomme jetzt die Quittung dafür.

Auch, wenn ich verstehe warum ich oder vielleicht auch ihr den Kopf freihaben wollt im Alltag, stelle ich aber fest, dass das auch keine Lösung ist. Wie der Titel schon sagt suchen sich Gefühle und Gedanken früher oder später ihren Weg. Das ist auch vollkommen normal, denn das ist menschlich. Wir haben wahrscheinlich alle Gefühle, Gedanken, Erlebnisse oder Erinnerungen die wir lange verdrängen/verdrängt haben. Irgendwann aber holt es uns ein und es kommt der Zeitpunkt wo wir uns damit auseinandersetzen müssen und das kann sehr intensiv werden. Wenn man genug um die Ohren hat mag es für eine bestimme Zeit funktionieren, dass man vieles verdrängt. Aber sollte man dem was man verdrängt nicht auch einen Raum geben? Sollte man seinen Gefühlen nicht trotzdem die Möglichkeit geben sie raus zu lassen? Ist es auf Dauer gesund? Nein ist es nicht! Das behaupte ich jetzt einfach mal.
Woran merkt man, dass es nicht gut ist dauerhaft zu verdrängen? Daran, dass man irgendwann nur noch müde und kaputt ist. Man bekommt mit der Zeit das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Die Stimmung verändert sich im Laufe der Zeit ebenfalls. Auch körperlich macht es sich bemerkbar durch Schmerzen zum Beispiel. Immer mal wieder passiert es, dass man weggetreten ist, weil das was man verdrängt hat verlangt gespürt zu werden. Im schlimmsten Fall kann man depressiv werden oder sogar in eine Sucht abrutschen. Das kann dann passieren, wenn man total überfordert ist, wenn plötzlich all das hochkommt was man zu lange verdrängt hat. Der Punkt an dem vielleicht sogar alles auf einmal hochkommt sollte man nicht unterschätzen! Es kann so intensiv werden, dass man Gefühlsausbrüche bekommt oder total das Bewusstsein für das Hier & Jetzt verliert. Ratsam wäre es evtl sogar, wenn man nicht alleine ist, wenn man Probleme mit Gefühlen und Gedanken hat und nur schwer einen Weg daraus findet und dazu neigt sich zu sehr dort rein zu steigern. Es ist auch nie Verkehrt sich Hilfe zu suchen, wenn man glaubt man schafft das nicht alleine.
Wir schenken unserer Psychischen Gesundheit meiner Meinung nach zu wenig Aufmerksamkeit, dabei ist sie genau wie die Körperliche Gesundheit unser Motor. Fühlst Du Dich nicht gut geht es früher oder später auch auf Deine Körperliche Gesundheit. Wir merken meist erst dann, dass etwas nicht stimmt, wenn wir plötzlich zum Stillstand gezwungen werden. Dann geht gar nichts mehr. Selbst die kleinsten Dinge fallen uns schwer und sei es nur das Aufstehen. Muss es wirklich immer erst soweit kommen, dass gar nichts mehr geht? Ich weiß wie schwer es im Alltag ist auf alles zu achten und oft ist es leider nicht möglich aber das kann doch auch nicht der richtige Weg sein? Es kann wirklich gefährlich werden und das sollten wir uns bewusst machen, Es hat nicht gerade wenig Menschen in den Tod getrieben, weil sie es nicht mehr ausgehalten haben. Bei einigen wurden Betäubungsmittel wie Drogen und Alkohol zu treuen Wegbegleitern. Man fängt vielleicht sogar an sich dann nach der Arbeit immer mehr abzukapseln und lässt auf Dauer niemanden mehr an sich heran. Man sucht sich irgendwie einen Ausweg und solange es Dinge wie Sport oder andere Hobbys sind ist das auch okay solange man ein gesundes Mittelmaß findet aber es kann auch ganz anders laufen.

Die Psyche ist wirklich unberechenbar. Nicht immer gibt es eine Antwort darauf, warum es uns seelisch schlecht geht oder wir depressiv sind/werden. Wir merken es oft auch deutlich später. Vielleicht sind wir es jetzt gerade aber wir wollen es nicht wahrhaben, weil wir uns negativen Dinge nicht stellen wollen. Ich kann verstehen, dass man auf negative Gefühle keinen Bock hat. Sei es aus Angst, dass sie uns runterziehen oder weil es leichter scheint es zu verdrängen. Wir alle wissen aber, dass auch das negative zum Leben dazugehört und sollten es beachten. Ich tue mich tatsächlich total schwer damit dauerhaft so zu tun, als wäre alles gut und dabei ist es das gar nicht, denn das kostet viel mehr Kraft, als dazu zu stehen, dass es immer wieder Phasen gibt in denen eben nicht alles gut ist. Jeder von uns hat diese Phasen und das ist total normal und ich finde wir sollten viel mehr darüber reden. Wenn es uns körperlich nicht gut geht kriegen wir sofort Mitleid aber wenn es der Seele nicht gut geht sieht man das einem Menschen nun mal nicht an was aber noch lange nicht heißen muss, dass es ihm/ihr gut gehen muss. Genau das macht die Psyche eben so kompliziert, weil man es eben nicht sieht.
Gibt es eine Lösung? Ja! Versuch Dich Menschen in Deinem Umfeld anzuvertrauen. Such Dir Hilfe. Such Dir einen Ausgleich, der Dir gut tut. Achte auf Dich und Deine Seelische Gesundheit, sie ist ein wichtiger Bestandteil von Dir!
❤🤗❤
Toller Beitrag.