Das alles bin ich
Gar nicht so einfach, wenn man sich mal mit sich selbst beschäftigt. Man selbst bewertet sich sehr kritisch und vielleicht auch nicht immer ganz gerecht. Es gehört Mut dazu den Blick in sich und sein Inneres zu wagen.
Ich dachte immer, dass ich weiß wer ich bin und wer ich sein will. Ich bin davon ausgegangen mich zu kennen und zu wissen was mich ausmacht. Als ich angefangen habe mich selbst zu reflektieren kam ich zu der Erkenntnis mich scheinbar doch nicht so gut zu kennen wie ich dachte. Schnell habe ich gemerkt, dass ich eine Seite immer in den Schatten gestellt habe, meine emotionale Seite. Vielleicht aus Angst, dass ich dadurch mehr Angriffsfläche bieten würde. Mir ist aufgefallen, dass es für meine emotionale Seite auch irgendwie kaum einen richtigen Platz gibt wo ich sie zulassen möchte. Dann haben wir da noch die Seite, die Angst davor hat die Dinge zu tun, die ich tief in meinem Inneren tun würde und die Stimme, die mich dafür verurteilt nicht alles zu tun was ich wirklich will.
Das war meine Erkenntnis. Klar könnte man jetzt sagen dann ändere etwas anstatt so’n Drama daraus zu machen. Aber da es diese verschiedenen Seiten gibt ist es eben nicht so einfach all diese Dinge zu verändern und vieles braucht einfach Zeit.
Das alles bin ich:

Ich bin nicht perfekt. Ich habe unreine Haut. Ich habe keine strahlend weißen Zähne. Ich bin nicht Albert-Einstein. Ich mache Fehler. Ich kriege nicht alles hin. Ich habe Selbstzweifel. Ich habe Angst vor Ungewissheit. Ich trage Narben in mir die nicht mehr heilen. Ich bin launisch, Ich bin anstrengend. Ich bin ständig müde. Ich stresse mich selbst. Ich enttäusche Menschen. Ich verlange zu viel von mir selbst. Ich träume. Ich bewege mich zu wenig. Ich esse ungesund. Ich bin verletzbar. Ich habe eine Vergangenheit. Ich bin nicht immer glücklich.
Ich wäre gern:
mutiger, belastbarer, disziplinierter, selbstbewusster, glücklicher, zielstrebiger, schlauer, selbstsicherer, weniger nachdenklicher, weniger müde, weniger launisch, sportlicher, risikofreudiger, spontaner. <- Die Liste könnte noch ewig so weiter gehen.
Wenn ich mir mich so anschaue fällt mir immer wieder auf, dass ich sehr gerne die Kontrolle über mein Leben habe. Ich liebe die Struktur. Geregelter Tagesablauf, das bin ich. Immer die gleichen Routinen, ja auch das bin ich. Tagespläne, an denen ganz klar ist was gemacht wird, jap auch das. Macht mich das zusätzlich wahnsinnig und stresst mich? Ohja! Auf der einen Seite brauche ich diese Strukturen und Routinen, weil sie mir Sicherheit geben auf der anderen Seite aber macht alles aber auch total anstrengend. Sollte sich ein Plan einmal ändern dann kriege ich die Krise, weil das alles durcheinander bringt und das geht gar nicht. Ja ich weiß dass das hier für einige total bescheuert klingen mag aber das gehört eben auch zu mir. Ich mache mir auch ständig zu viele Gedanken und machen mir damit das Leben schwer aber das war schon immer so. Ich brauch all das, weil das alles bin ich. 🙂 ♥

Wir wissen alle, dass wir individuell sind. Jeder ist anders und das ist auch gut so. Solange du happy mit dir selbst bist ist alles gut, denn das ist die Hauptsache! 🙂
Toller Beitrag, du bist so wie du bist.