Wenn die Existenzängste anfangen dich zu zerstören
Nach 3 Monaten gibt es auch mal wieder ein Lebenszeichen. Hi! Also falls noch wer hier sein sollte 😀 Mich gibt es noch. Mal mehr und mal weniger.
Wie geht’s mir? Naja so lala. Könnte besser sein. Man lebt irgendwie.
Ich musste mal wieder feststellen, dass ich mich teils selbst manipuliere, indem ich mir Dinge schön rede und nicht bei einer Entscheidung bleiben kann. Tat die Erkenntnis weh? Auf jeden Fall. Warum ist das so? Naja, wenn man ein Großteil seines Lebens mit Unsicherheiten und Ängsten leben musste/muss sind Situationen, die mir das Gefühl geben das es erstmal nicht weitergeht echt die Hölle. Ich bin welch Überraschung mal wieder ohne Job, aber naja bei dem letzten ”Unternehmen” lief vieles total daneben und es war abzusehen, macht die Situation trotzdem nicht besser. Die Existenzängste zerstören mich, jeden Tag auf’s neue, wieso? Weil ich Sicherheit und Gewissheit brauche.
Meine Kindheit und Jugend waren immer geprägt von Armut. Ja ich weiß, wie es ist zu hungern und irgendwie sehen zu müssen, wie man über die Runden kommt. Natürlich ist die Situation heute ein ganz andere, aber bei Menschen mit Depressionen ist es nicht so einfach, sich mehr im Hier & Jetzt zu befinden. Bei mir fühlt es sich direkt wie damals an, obwohl ich heute mein Leben selbst bestimmten darf.
Am schlimmsten ist der Umgang mit mir selbst. Ich bin wirklich unfair mir selbst gegenüber und mache mich damit selbst kaputt. Ich werte mich ab, weil ich keine ”sichtbare Leistung” erbringe. Gut, wenn uns immer eingetrichtert wurde, dass wir nur wertvoll sind, wenn wir Leistung erbringen, die für andere sichtbar ist, ist es auch kein Wunder. Eigentlich müsste man doch meinen, dass ich es besser wissen müsste, oder? Ich befinde mich in Therapie und habe schon einiges an Lebenserfahrung. Anderen Tipps geben funktioniert super. Sich selbst wertschätzen? Nope Fehlanzeige. Wie auch, wenn man es nie gelernt hat? Versuchen positiv zu bleiben und die Zeit sinnvoll zu nutzen? Gelingt auch eher weniger, weil ich das Bedürfnis habe etwas verändern zu wollen, aber wir kommen zu einem Punkt, der mir sehr schwer macht, die Therapie. Witzig, oder? Ich mache Therapie damit es mir besser geht, aber es erschwert mir wieder einen Job und damit auch eine Routine zu finden. Für Menschen mit Depressionen ist es kaum möglich sich selbst dauerhaft eine gesunde Routine zu schaffen. (Ausnahmen bestätigen die Regel!) Ich gehöre leider nicht dazu. Zumindest nicht dauerhaft.
Nach außen wirkt es bestimmt voll super. Hab den ganzen Tag nichts zutun, kann ausschlafen während andere arbeiten gehen. So sieht Depression für nicht betroffene Menschen aus. Leider ist dem nur gar nicht so. Es gibt Tage mit sehr düsteren Gedanken. Man fühlt sich wie ein Versager. Nutzlos. Wertlos. Man sei gescheitert. Man hat sich alles umsonst erkämpft. Man möchte auch so funktionieren können wie andere. Wie geil muss es sein, so ohne Gedankenkarussell? Ein Traum. Ruhe im Kopf ist sowas von Luxus. Ich würde alles geben auch nur für einen Tag Ruhe im Kopf. Tja die Depression verstärkt es leider nur noch mehr und die Arbeitslosigkeit auch. Dazu kommt auch noch ein Reizdarm. Jackpot würde ich sagen. Ich fühle mich tatsächlich einfach scheiße, weil ich das Gefühl habe, mich zwischen einen Job und der Therapie aufgrund der Arbeitszeiten entscheiden zu müssen. Teilzeit geht leider mit einer eigenen Wohnung nicht und Fixkosten. Von der Aktuellen Lage in der Welt brauche ich nicht anzufangen, oder?
Das alles sind keine guten Aussichten und ich hab keinen Plan, wie ich es schaffen soll dem Prozess zu vertrauen. Natürlich gibt es Pläne, wie es weitergehen könnte, aber wir wissen Geduld ist nicht meine Stärke. An manchen Tagen kämpfe ich gegen mich selbst, weil ich weiß es wird wieder besser und ich werde nicht ewig in dieser Situation bleiben, aber das hilft mir jetzt gerade echt so gar nicht. Viele Menschen sind an einem oder mehreren Punkten, wie ich, das hilft naja so semi… Mich nervt es, dass ich dieses Thema Beruf so krass in den Vordergrund stelle, natürlich gibt es Gründe und ich weiß warum so denke. Es fühlt sich so an, als könnte ich an nichts anderes mehr denken. Oft gab es Tage an denen ich nichts anderes getan habe, als mich gefühlt auf alles zu bewerben, weil meine Existenzängste wirklich extrem waren, bis ich gemerkt habe, dass es so einfach keinen Sinn macht. Leider dreht sich immer noch das meiste darum, dass es beruflich wie auch immer weitergeht und das fuckt mich so, weil ich soviel versuche mich davon abzulenken aber bisher gelingt mir das so gar nicht.
Diese Sprüche, von wegen Heilung wirft alles durcheinander und alles wird neu sortiert stimmt irgendwie und ich weiß auch das mich diese Zeit jetzt auch stärker machen wird, aber die Existenzangst überwiegt. Sich eingestehen zu müssen, dass ich selbst schuld bin, dass es mir so geht, weil ich mich selbst in den Wahnsinn treibe, ist nicht so nice. Mache ich aktuell wieder Rückschritte? Keine Ahnung, vielleicht? Manipuliere ich mich selbst damit? Ja wahrscheinlich, Ich tue mir aktuell selbst nicht gut. Alles was ich ausprobiert habe (von dem was ich gelernt habe) wirkt leider nur bedingt, weil mir Unabhängigkeit so wichtig ist. Ich will nicht aufs Amt angewiesen sein und auch nicht auf mein Umfeld. Es fühlt sich richtig scheiße an. Auf der anderen Seite sollte ich die ”freie Zeit” für meine Therapie nutzen. Ich bin einfach so schlecht darin ruhig und geduldig zu bleiben. Das Leben ist mehr als nur arbeiten, ich weiß aber ohne ist jetzt auch nicht so leicht, wenn man Kosten hat die Gedeckt werden müssen und man einfach wieder eine Routine haben möchte. Viele meckern rum wegen ihrer Jobs, aber seid froh Arbeit zu haben, gerade in der Aktuellen Situation.
Okay wie beende ich das rumgeheule hier sinnvoll? Keine Ahnung. Ich musste das alles einfach mal loswerden. Vielleicht versteht mich ja der ein oder andere. Ich hoffe euch geht es gut und ihr habt eine schöne Zeit. 🙂