Warum ich aufgehört habe um Menschen zu kämpfen

26. August 2026 0 Von Roy

Ich könnte jetzt direkt im ersten Satz die Antwort darauf geben und das war’s. Mache ich aber nicht, weil irgendwie mehr dazugehört.

Anfangen hat alles in meiner Kindheit. Meine Familie zerbrach da war ich gerade mal 6 Jahre alt und naja von da an ging es gut 16 Jahre fast nur bergab, dass ich heute noch hier bin grenzt wahrscheinlich an ein Wunder. Die Schwierigkeiten mit Menschen in meinem Leben wurden natürlich durch die Scheidung meiner Eltern geprägt. Für mich ist natürlich alles zerbrochen was ich hatte. Das hat natürlich Auswirkungen auf zukünftige Bindungen mit Menschen (Freundschaften, Bekanntschaften, Beziehungen usw). Wenn man bereits im Kindesalter nicht lernt was Stabilität ist also allgemein im Leben, wie sollte ich dann stabile Bindungen zu anderen Menschen aufbauen? Dazu kommt Ausgrenzung bereits im Kindergarten. Wenn Dir also eh vermittelt wird, dass Du unerwünscht bist startest Du auch keine Versuche überhaupt Anschluss zu finden. Das prägt natürlich. – bis Heute. In der Schulzeit waren ”Schwuchtel” und ”Opfer” meine treuen Begleiter na immerhin einige Begleiter..

Aber ja es gab tatsächlich Bindungen zu Menschen, ganz unterschiedliche sogar. Die Bindungen die am engsten/tiefsten waren, waren leider nur auf Zeit und der Verlust dieser Bindungen und der damit verbundenen Menschen hat dafür gesorgt, dass ich es seitdem nicht zulassen kann das Bindungen jemals wieder so tief und verbunden werden, weil der Schmerz mich auch heute noch fast umbringt. Man findet ganz besondere Menschen eben nicht an jeder Ecker. Menschen die so sind wie ich brauchen Menschen mit Geduld und Zeit. Durch sämtliche Ängste die mich auch bis heute begleiten (langsam kann ich damit besser umgehen aber sie bleiben trotzdem vorhanden) kann ich das mit Freundschaften nicht mehr. Ich habe einfach so viel schlechte Erfahrungen gemacht und wurde so oft enttäuscht, dass ich mich selbst zum Einzelkämpfer gemacht habe. Ich brauche Sicherheit und sicher ist, dass ich mich auf mich selbst immer verlassen konnte. Ich weiß immerhin bei mir selbst schon vorher, wenn ich mich enttäuscht und bin wenigstens darauf vorbereitet. Ist diese Einstellung gesund? Nein! Natürlich nicht! Aber, wenn ein Mensch so oft von anderen Menschen gebrochen wurde, lässt sich das nicht so einfach ändern.

Ich habe viel zu lange um die Menschen gekämpft, die mir sogar ganz klar gezeigt haben, das sie mich nicht mehr in ihrem Leben wollen. Ich habe den Menschen, die mir wichtig waren, immer alles gegeben und versteht mich nicht falsch ich habe das auch immer gerne gemacht, weil ich meine schlimmsten Stunden alleine verbracht habe. Ich weiß wie es ist niemanden mehr zu haben. Ich habe mir meine Stärke ebenfalls in meinen schlimmsten Stunden erkämpft und das ebenfalls alleine. Es gab bei mir nicht nur 1,2,3,4 nein manchmal sogar 5 oder auch 6 Chancen, weil ich nicht derjenige sein wollte, der andere im Stich lässt. Für mich war klar ich kämpfe um Menschen, die mir wichtig sind. Und wie ich gekämpft habe. Ich bin nonstop über alle meine Grenzen hinausgegangen. Habe alles stehen und liegen gelassen, wenn es meinen Leuten nicht gut ging, Tag und Nacht.

Wofür? Am Ende stand ich dann doch immer alleine da. Habe ich daraus gelernt? Ja aber es hat Jaaaahreee gedauert. Das Problem? Ich bin wahrscheinlich gar nicht mehr bereit Menschen wieder ganz nah an meine Emotionen und mich als Mensch heranzulassen, weil ich diese Schmerzen und Enttäuschungen von damals nie wieder spüren will. Der Verlust einiger Menschen treibt mir auch heute noch fast die Tränen in die Augen, weil ich so eng verbunden war mit diesen Personen, das sich loslassen einfach unmöglich anfühlt. Für meine Heilung und das Trauma führt aber auf Dauer kein Weg daran vorbei es irgendwie zu lernen/versuchen, weil es sich immer noch so anfühlt, als würde ich daran kaputt gehen. Ich hänge wahrscheinlich aufgrund meiner Geschichte auch nochmal extremer an Menschen, weil ich mir nichts mehr gewünscht habe, als Menschen die bleiben.

Leider sind immer die gegangen, die gesagt haben sie würden bleiben….